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Erfassungsmethodik KORE

Erfassungsmethodik für die Kostenrechnung und Leistungsstatistik

In § 10a der Altersbetreuungs- und Pflegeverordnung (APV) vom 20. März 2018 (Stand 1. Januar 2019) legt der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft die Erfassungsmethodik für die Kostenrechnung und Leistungsstatistik fest. Ebenfalls legt der Regierungsrat fest, dass die Einhaltung der Erfassungsmethodik durch die Revisionsstelle zu prüfen und zu bescheinigen ist. 

Dazu folgende detailliertere Informationen zum Ablauf für die Kostenrechnung und Leistungsstatistik 2018 (weitere Infos im Merkblatt):

  1. Die Prüfung der Einhaltung der Erfassungsmethodik soll bereits das Jahr 2018 betreffen, auch wenn das Gesetz/die Verordnung erst ab 1.1.19 in Kraft gesetzt wurde. Ob und wie Kanton und Gemeinden die Einhaltung prüfen ist CURAVIVA Baselland noch nicht bekannt. Am 15. Mai 2019 findet in Liestal eine Veranstaltung für alle Gemeinden zum Thema statt, durchgeführt vom Kanton Basel-Landschaft. Es ist davon auszugehen, dass im Anschluss an diese Veranstaltung die Bestätigung der Einhaltung der Erfassungsmethodik seitens Kanton BL und Gemeinden eingefordert wird.
     
  2. CURAVIVA Baselland lässt – wie jedes Jahr – alle Kostenrechnung durch die Redi AG validieren. Die Resultate werden in einen Bericht gefasst, welcher CURAVIVA Baselland für Verhandlungen mit dem Kanton Basel-Landschaft in Sachen Normkosten, EL-Obergrenze, Zusatzbeiträge, MiGeL-Kosten, usw. dient. Dieses Jahr werden via HeBeS weitere Auswertungen auf Basis der KORE in Auftrag gegeben (z.B. Vergleich Kosten versus effektive Taxen, Normkosten Pflege innerhalb der Versorgungsregion, usw.).
     
  3. Da die KORE alle bei der Redi AG liegen, war es aus Sicht von CURAVIVA Baselland nachliegend, die korrekte Anwendung der Erfassungsmethodik direkt durch die Redi prüfen zu lassen. Einen entsprechenden Auftrag hat CURAVIVA Baselland der Redi AG erteilt. Bei der Validierung werden einzelne Prüfungshandlungen der Erfassungsmethodik bereits vollzogen, weshalb die Redi diesen Prüfungsauftrag auch günstig anbieten kann. Zielführend ist es, die kompetenteste Firma mit dem effizientesten Verfahren zu beauftragen. Hier ist in der Verordnung der §10a widersprüchlich, da explizit die Revisionsstelle aufgeführt ist. Bestrebungen von CURAVIVA Baselland dies noch zu korrigieren wurden vom Regierungsrat nicht aufgenommen. Ebenfalls nicht aufgenommen wurde der Antrag der ARG, einen einheitlichen Prüfungsraster zu erstellen, welcher denjenigen Heimen, welche die Prüfung durch die eigene Revisionsstelle vornehmen lassen wollen, zugestellt werden kann. Der entsprechende Raster wird voraussichtlich im 2019 erstellt.
     
  4. Fakt ist, dass die ordentliche Revision nach OR 727 die Prüfung der Jahresrechnung durch gesetzlich definierte Revisionsgesellschaften/Revisoren verlangt. Dabei setzt sich die Jahresrechnung aus Bilanz, ER und Anhang zusammen. Die KORE ist somit nicht gesetzlicher Revisionsbestandteil und deren Revision somit auch nicht Aufgabe der eingetragenen Revisionsstelle. Dies bedeutet, dass die Bestätigung der Einhaltung der Erfassungsmethodik einen separaten Auftrag an eine Revisionsstelle nach sich zieht (eigene oder die Redi).
     
  5. Da die Redi bei den meisten Heimen NICHT die eingetragene Revisionsgesellschaft ist und sie sich an die gesetzlichen Prüfungsstandards halten muss (z.B. PS 920), muss sie auch zwingend gewisse Unterlagen einfordern. Das ist mühsam und nicht im Sinne einer pragmatischen Lösung, da Doppelspurigkeiten zur „normalen“ Revision bestehen. Die gesetzlichen Grundlagen sind hierbei aber klar und auch von der Redi zu befolgen. Falls für die nächsten Jahre die Prüfung durch die Redi weiter ein Thema ist, muss dieser Aufwand für die Heime bei einem Entscheid auch berücksichtigt werden.
     
  6. Erschwerend zu Ganzen ist die Terminsituation. Hier entsteht ein Durcheinander zwischen Jahresabschlussarbeiten, Rechnungsrevision, Einliefern der Daten in der Somed, Validierung der KORE durch die Redi , Prüfung Einhaltung Erfassungsmethodik KORE, usw. Auch hier muss – z.B. mit der SOMED – ein passabler Weg gefunden werden, ansonsten eine korrekte Aufbereitung aller Daten und deren Abbildung in der SOMED zumindest fraglich wird. Die Fristen sind nicht kompatibel mit einem logischen Ablauf und bringen sowohl die Heime wie auch die Revisionsstellen unter Druck.
     
  7. Aktuell wird die Erfassungsmethodik auf Basis der neuen KORE 2019 und der neuen ABH überarbeitet. Ab Rechnungsjahr 2019 gilt dann das neue KORE Excel 2019 (welches erhebliche Veränderungen erfährt) sowie die neue ABH, resp. die neue Erfassungsmethodik. Entsprechend wird auch die Verordnung angepasst werden müssen. Das Rechnungsjahr 2018 kann somit als Test- oder Uebergangsjahr betrachtet werden, in welchem wir die notwendigen Erfahrungen sammeln und Probleme dann in diesem Jahr hoffentlich lösen können.
     
  8. Inwiefern sich die BSABB (Stiftungsaufsicht beider Basel) dem Thema bei der Revision, resp. Begutachtung der eingereichten Unterlagen der Heime dann auch noch annimmt, ist unbekannt.
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