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05.12.2018

Freitodbegleitung in Baselbieter Alters- und Pflegeheimen

Haben Sterbehilfeorganisationen Zutritt zu Baselbieter Alterszentren und Pflegeheimen? Das Nordwestschweizer Qualitätsmanual sagt einiges zu dieser Frage und zum Umgang mit dem Wunsch von einzelnen Personen nach assistiertem Suizid.

Das Thema assistierter Suizid ist ein schwieriges und kontrovers diskutiertes Thema. Wenn eine Person sich für diesen Weg entscheidet, ist das ganze Umfeld mit betroffen: Familie, Freunde und – wenn die Person in einem Pflegeheim lebt – auch Zimmernachbarn und Pflegepersonal.

Die Baselbieter Alterszentren und Pflegeheime haben den Auftrag: «Die Bewohner/innen werden bis zu ihrem Tod in der Institution betreut und dort im Sterben begleitet.» So steht es im Qualitätsmanual «qualivista» für Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn. Sichergestellt werden muss ein würdevolles Sterben. Für unsere Mitglieder steht dabei die palliative Pflege im Vordergrund. Jedes Pflegeheim muss seine Grundsätze in einem Konzept für Palliative Pflege dokumentieren. Dieses Konzept muss auch Vorgaben zum Umgang mit externer Beihilfe zur Freitodbegleitung enthalten und über die grundsätzliche Haltung der Institution, den Schutz der übrigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Auskunft geben. Diese Vorgaben orientieren sich an der Stellungnahme Nr. 9/2005 Beihilfe zum Suizid und Stellungnahme Nr. 13/2006 Sorgfaltskriterien im Umgang mit Suizidbeihilfe der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin oder an Suizidbeihilfe in Alters- und Pflegeinstitutionen von CURAVIVA Schweiz. Die Vorgaben sind Bestandteil des Aufenhaltsvertrags. Das bedeutet, dass jede Person vor einem Heimeintritt weiss, ob und wie sie in ihrem Heim Begleitung durch eine externe Sterbehilfeorganisation in Anspruch nehmen kann.

Aus der Politik wird einerseits der Wunsch geäussert, Sterbehilfeorganisationen in jedem Fall Zutritt zu einem Pflegeheim zu gewähren. Von anderen Politikern wird die Forderung gestellt, begleitete Selbsttötung in Pflegeinstitutionen ganz zu unterbinden. So ist zum Beispiel im Kanton Solothurn der Beizug einer Sterbehilfeorganisation gemäss Weisungen des Amtes für soziale Sicherheit in Alters- und Pflegeheimen nicht möglich.

Im Kanton Basel-Landschaft tragen die Gemeinden die politische Verantwortung für die Alters- und Pflegeheime. Mit politischen Forderungen zu diesem Thema müssen sich deshalb primär die Gemeinden als Träger der Aufgabe befassen. 

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