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17.06.2021

Berufsaustritte und Bestand von Gesundheitspersonal in der Schweiz

Eine Analyse auf Basis der Strukturerhebungen 2016–2018 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Obsan. 

Kenntnisse über Berufsaustritte beim Gesundheitspersonal sind zentral für die Abschätzung des künftigen Bedarfs an Fachkräften. Die Publikation schafft eine Übersicht zu Berufsaustritten in verschiedenen Gesundheitsberufen auf der Basis der Strukturerhebungen 2016–2018 des Bundesamtes für Statistik (BFS). Ergänzt werden die Ergebnisse mit Schätzungen zum Bestand des Gesundheitspersonals. Es handelt sich um eine Aktualisierung und Ergänzung des im Jahr 2016 publizierten Obsan Bulletins (Lobsiger & Kägi, 2016).

Resultate
Die Anteile an Berufsaustritten liegen je nach Berufsgruppe zwischen 27% und 46%. Die Ergebnisse zeigen, dass knapp ein Drittel (31%) der Ärztinnen und Ärzte nicht (mehr) in der Gesundheitsversorgung tätig sind.

Bei Pflegefachpersonen, Pflegepersonal der Sekundarstufe II, Hebammen sowie in medizinisch-technischen Berufen sind es um die 42%. Dabei gilt es zu beachten, dass einige Resultate mit teilweise grösseren Unsicherheiten behaftet sind (95%-Vertrauensintervall). Die Analysen, differenziert nach Typ des Austritts, zeigen, dass Austritte aus der Erwerbstätigkeit beim Pflegefachpersonal und Pflegepersonal ohne formelle Ausbildung, bei den Hebammen und MPA mit jeweils über 14% am häufigsten auftreten. Diese vier Berufsgruppen sowie die medizinisch-technischen Berufe weisen auch relativ viele Berufswechsel auf (über 15%). Bezüglich Branchenaustritten stechen die Pflegepersonen der Sekundarstufe II mit einem Anteil von 20% hervor.


Die Resultate nach Geschlecht und Alter für die beiden grössten Berufsfelder der Ärztinnen und Ärzte sowie des Pflegepersonals zeigen, dass Berufsaustritte bei Frauen in der Regel häufiger auftreten als bei Männern. Bei den Ergebnissen nach Alter fällt bei den Ärztinnen und Ärzten und dem Pflegepersonal der Sekundarstufe II der hohe Anteil der Berufsaustritte bei den unter 35-Jährigen auf. Bei den Ärztinnen und Ärzten kann dies durch den Generationeneffekt erklärt werden oder durch den Umstand, dass Austritte in dieser Berufsgruppe früh in der Karriere erfolgen, also meist vor Abschluss der Weiterbildung. Eine Erklärung für den relativ hohen Wert bei den unter 35-Jährigen Pflegenden der Sekundarstufe II ist, dass Pflegepersonen in dieser Alterskategorie mitunter eine tertiäre Aus- oder Weiterbildung in Angriff nehmen und in dieser Zeit vermehrt nicht-erwerbstätig sind.


Insgesamt schätzt Obsan den Bestand an Gesundheitspersonal im engeren Sinne im Durchschnitt der Jahre 2016–2018 auf 227'361 Erwerbstätige bzw. 163'381 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Ein Vergleich mit Schätzungen auf der Basis anderer Datenquellen zeigt, dass die auf Grundlage der Strukturerhebung geschätzten Bestände beim Pflegepersonal unterschätzt werden. Eine Erklärung dafür ist, dass in der Strukturerhebung Grenzgängerinnen und Grenzgänger nicht enthalten sind. Weiter können die Differenzen auch durch die Berufsnomenklatur bedingt sein.

Alle weiteren Informationen im angehängten Bericht. 
 

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